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Ausbau

Wasser im WoMo – einfach, robust und gut zugänglich

Beim Thema Wasser im Camper gehen die Meinungen weit auseinander. Gerade bei Trinkwasser, Filtern, Entkeimung und zusätzlicher Aufbereitung kann man sich schnell in sehr komplexe Systeme verlieren.

Auch ich habe mich, wie sicherlich viele andere im Camperbereich, mit dem Thema Trinkwasser und einer möglichen Filterung auseinandergesetzt. Nachdem ich dieses Video zum Thema Wasserfilter im Camper gesehen hatte, war das Thema für mich allerdings schlagartig erledigt.

Unser Wasserkonzept kommt deshalb bewusst ohne zusätzliche Wasserfilter, Filterkartuschen oder komplizierte Aufbereitungssysteme aus.

Unser Ansatz ist einfacher: sauber befüllen, ausreichend große Tanks verbauen, die Technik gut zugänglich halten und das System so aufbauen, dass es im Alltag zuverlässig funktioniert.

Frischwasser 190 L
Abwasser 240 L
Warmwasser 30 L
Technikraum 5 m²

Frischwasser und Befestigung

Unser Frischwassertank hat brutto 240 Liter Volumen. Nutzbar sind davon ungefähr 190 bis 200 Liter. Damit haben wir genug Reserve, um mehrere Tage autark stehen zu können, ohne ständig Wasser nachfüllen zu müssen. Der Tank sitzt geschützt im Technikbereich unter dem Schlafpodest. Dort ist nicht nur ausreichend Platz für den Tank selbst, sondern auch für Anschlüsse, Leitungen, Pumpe, Boiler und spätere Wartungsarbeiten.

Für den Einbau habe ich eine eigene Halterung konstruiert. Der Tank steht nicht lose im Technikraum, sondern sitzt in dieser Halterung und ist zusätzlich mit einem 50 mm breiten Spanngurt gegen Herausspringen gesichert. Nach vorne sitzt der Tank bündig an der Stirnwand des Aufbaus. Dadurch ist er formschlüssig nach vorne abgestützt und kann bei einer starken Bremsung nicht nach vorne wandern. Die Halterung selbst ist an vier Punkten mit dem Hilfsrahmen verschraubt. Gerade bei einem großen Wassertank ist das wichtig: 190 bis 200 Liter Wasser bedeuten auch 190 bis 200 kg bewegte Masse. Deshalb war die sichere Befestigung von Anfang an Teil der Planung.

Frischwassertank in seiner Halterung im Technikbereich von Hopsie
Frischwassertank im Technikbereich unter dem Schlafpodest

Abwasser und Frostschutz

Beim Abwasser haben wir bewusst mit zwei getrennten Tanks geplant. Verbaut sind 2 × 120 Liter Abwassertanks, also insgesamt rund 240 Liter Abwasservolumen. Die beiden Tanks sitzen im Heckbereich rechts und links unter dem Fahrzeug. Dadurch lässt sich der vorhandene Bauraum besser nutzen, das Gewicht verteilt sich gleichmäßiger und im Innenraum bleibt mehr Platz für Technik und Stauraum.

Da die Tanks außen unter dem Fahrzeug montiert sind, wurden sie isoliert eingebaut und zusätzlich mit einer Tankheizung versehen. So ist die Abwasseranlage besser gegen niedrige Temperaturen geschützt und bleibt auch bei kühlerem Wetter deutlich praxistauglicher. Das Abwasservolumen liegt damit ungefähr auf dem Niveau der Frischwasserkapazität. So bleibt das System ausgewogen und passt besser zum autarken Reisen.

Warmwasser, Pumpe und Zirkulation

Für Warmwasser ist ein 30-Liter-Boiler von Klarstein verbaut. Die Größe bietet ausreichend Reserve für Spülen, Waschen und Duschen, ohne dass der Boiler unnötig groß wird. Der Boiler sitzt ebenfalls im Technikbereich und ist dadurch gut erreichbar. Gerade wasserführende Komponenten sollten nicht irgendwo unzugänglich verbaut sein.

Die Wasserversorgung übernimmt eine Hauswasserpumpe mit Invertertechnik. Sie ist sehr leise und sorgt für einen gleichmäßigen Wasserdruck. Gerade im Wohnmobil ist das ein großer Vorteil, weil laute Pumpengeräusche schnell stören können. Statt einer einfachen kleinen Druckpumpe wollten wir eine komfortablere Lösung mit ruhigerem Laufverhalten.

Für das Warmwasser ist zusätzlich eine Zirkulationspumpe vorgesehen. Die Pumpe ist bereits verbaut, die Steuerung befindet sich noch im Aufbau. Geplant ist eine intelligente, temperaturgeführte Steuerung. Die Zirkulation soll nicht dauerhaft laufen, sondern nur dann, wenn es sinnvoll ist. Ziel ist, schneller warmes Wasser an den Entnahmestellen zu haben, ohne unnötig Energie zu verbrauchen.

Technikraum und Zugänglichkeit

Unter dem Schlafbereich steht eine Fläche von fast 5 m² zur Verfügung. Die Kopfhöhe beträgt dort etwa 1,2 Meter. Dadurch ist der Technikbereich nicht nur ein enger Installationsraum, sondern wirklich nutzbar. Tanks, Boiler, Pumpe, Leitungen und elektrische Komponenten sind zugänglich, ohne dass man sich komplett verrenken muss. Während der Frischwassertank geschützt innen sitzt, sind die beiden isolierten und beheizten Abwassertanks außen im Heckbereich rechts und links unter dem Fahrzeug montiert.

Das war bei der Planung bewusst so vorgesehen, weil Wartung, Kontrolle und spätere Nachrüstungen im Camper sonst schnell mühsam werden.

Schlafbereich von Hopsie mit Technik- und Stauraum darunter
Schlafbereich mit Technik- und Stauraum darunter

Warum kein Wasserfilter?

Wir haben uns bewusst gegen Wasserfilter im Fahrzeug entschieden. Jeder zusätzliche Filter bringt neben vermeintlicher Sicherheit auch zusätzliche Wartung, mögliche Keimbildung, Druckverlust und weitere Bauteile mit sich, die kontrolliert werden müssen. Unser Konzept setzt deshalb auf:

  • saubere Befüllung
  • geeignete Schläuche und Leitungen
  • ausreichend große Tanks
  • gute Zugänglichkeit
  • regelmäßige Kontrolle des Systems
  • möglichst wenig unnötige Zusatztechnik
Technik

Verwendete Komponenten

Wassertank 240 Liter brutto, ca. 190 Liter netto – Varile T007-C02-F0000 Komponente ansehen

Fazit

Das Wassersystem im WoMo ist bewusst robust und einfach aufgebaut. Große Frisch- und Abwasserkapazität, ein 30-Liter-Boiler, eine leise Inverter-Hauswasserpumpe und eine geplante temperaturgeführte Warmwasser-Zirkulation bilden die Grundlage.

Der große Technikraum unter dem Bett macht den Einbau und spätere Arbeiten deutlich angenehmer. Der Frischwassertank ist formschlüssig nach vorne abgestützt und zusätzlich gegen Herausspringen gesichert. Die beiden Abwassertanks sitzen platzsparend außen im Heckbereich, sind isoliert eingebaut und mit Tankheizungen versehen.

So entsteht kein verstecktes, schwer zugängliches System, sondern eine klare technische Lösung, die zum autarken Reisen passen soll.